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Marketing von Marc-Andre Aschendorf

Website erstellen lassen: Agentur, Freelancer oder Baukasten?

Du brauchst eine Website – aber wer soll sie bauen? Die Agentur will 10.000 Euro, der Freelancer 3.000, und Wix sagt "kostenlos". Hier erfährst du, welche Option wirklich zu dir passt – mit echten Zahlen und ohne Marketing-Versprechen.

Lesezeit: ca. 9 Minuten

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026

Die Entscheidung, wer deine Website baut, ist eine der wichtigsten für dein Unternehmen. Nicht weil es so kompliziert ist – sondern weil die falsche Wahl dich Zeit, Geld und Nerven kostet. Und zwar nicht einmalig, sondern über Jahre.

Lass uns die drei klassischen Optionen plus eine neuere Alternative ehrlich vergleichen.

Option 1: Der Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)

Das Versprechen: Website in einem Nachmittag, ohne technische Kenntnisse, ab 0 Euro.

Die Realität:

Baukästen sind fantastisch für den Einstieg. Du wählst ein Template, ziehst Elemente per Drag & Drop an die richtige Stelle, tippst deine Texte ein – fertig. Nach 3–4 Stunden hast du eine funktionsfähige Website.

Das Problem kommt später.

Die Kosten (ehrlich): Das Gratis-Paket hat eine Subdomain (deinname.wixsite.com) und Werbung vom Anbieter. Für eine eigene Domain, kein Anbieter-Branding und grundlegende Features zahlst du 12–25 Euro pro Monat. E-Commerce, mehr Speicher oder Premium-Features kosten 25–45 Euro. Über 3 Jahre: 430–1.600 Euro.

Was du bekommst: Eine Website, die funktioniert und auf dem Handy okay aussieht. Grundlegende SEO-Funktionen. SSL inklusive. Einfache Bedienung.

Was du nicht bekommst: Volle Kontrolle über den Code. Gute Ladezeiten – Baukästen laden immer den gesamten Framework-Code mit, auch wenn du nur 5 Seiten hast. Das bedeutet PageSpeed-Scores von 40–65. Echte SEO-Flexibilität für strukturierte Daten, Custom-Meta-Tags oder technische Optimierungen. Und vor allem: Eigentum. Wenn du aufhörst zu zahlen, ist die Website weg.

Geeignet für: Vereine, Hobby-Projekte, absolute Startups, die erstmal testen wollen, ob ihre Geschäftsidee funktioniert.

Nicht geeignet für: Unternehmen, die bei Google gefunden werden wollen und eine professionelle Online-Präsenz brauchen.

Option 2: Der Freelancer

Das Versprechen: Individuelle Website, persönlicher Kontakt, fairer Preis.

Die Realität:

Freelancer sind oft die beste Wahl für kleine Unternehmen – wenn du den richtigen findest. Das Problem: Die Qualitätsunterschiede sind riesig. Der eine Freelancer baut dir eine saubere, schnelle Website. Der andere installiert ein WordPress-Theme, ändert die Farben und rechnet 3.000 Euro ab.

Die Kosten: Je nach Erfahrung und Umfang: 1.500–8.000 Euro für die Erstellung. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting (5–20 Euro/Monat), Domain (10–15 Euro/Jahr) und Wartung (0–150 Euro/Monat, je nachdem ob du es selbst machst).

Worauf du achten musst:

Schau dir das Portfolio an. Nicht nur die Screenshots – öffne die Websites und teste sie. Lade sie auf dem Handy. Mach einen PageSpeed-Test. Wenn die Referenz-Websites langsam sind, wird deine auch langsam sein.

Frag nach dem Tech-Stack. Baut der Freelancer alles auf WordPress? Nutzt er einen Baukasten und verkauft es als Custom-Arbeit? Oder schreibt er sauberen Code? Das macht einen enormen Unterschied für Performance und Langlebigkeit.

Kläre die Wartung vorab. Was passiert nach dem Launch? Wer macht Updates? Was kostet eine Textänderung? Viele Freelancer bauen die Website, übergeben sie – und dann bist du auf dich allein gestellt.

Geeignet für: Kleine Unternehmen mit Budget zwischen 2.000 und 8.000 Euro, die eine individuelle Website wollen und bereit sind, sich selbst um die Wartung zu kümmern (oder dafür extra zu zahlen).

Option 3: Die Agentur

Das Versprechen: Strategie, Design, Entwicklung und Support aus einer Hand. Professionell, durchdacht, skalierbar.

Die Realität:

Agenturen liefern in der Regel gute Ergebnisse. Du bekommst ein Briefing-Gespräch, Wireframes, ein Design-Konzept, die technische Umsetzung und oft auch SEO-Grundlagen. Das Ganze wird von einem Projektmanager koordiniert.

Aber du zahlst eben auch für den Projektmanager. Und für das Büro. Und für den Account Manager, der dich betreut. Der Stundensatz einer Agentur liegt bei 80–150 Euro – und eine 5-Seiten-Website braucht schnell 40–80 Stunden.

Die Kosten: 5.000–30.000 Euro für die Erstellung. Monatliche Betreuung: 200–500 Euro. Jede nachträgliche Änderung: 80–120 Euro pro Stunde, oft mit einer Mindestabrechnungseinheit von 1 Stunde.

Das größte Problem: Du hast keinen direkten Draht zum Entwickler. Du sprichst mit dem Projektmanager, der deine Wünsche weiterleitet, der Entwickler setzt um, der Projektmanager prüft, du bekommst das Ergebnis. Das ist wie Stille Post – und dauert entsprechend.

Geeignet für: Mittelständische Unternehmen mit einem Website-Budget ab 10.000 Euro und komplexen Anforderungen (mehrsprachig, E-Commerce, Schnittstellen).

Nicht geeignet für: Kleine Unternehmen, Handwerker, lokale Dienstleister. Für eine 5–10-Seiten-Website ist eine Agentur in den meisten Fällen Overkill.

Option 4: Statische Website mit Betreuungspaket

Das Versprechen: Schnelle, sichere Website zum Festpreis. Du machst nichts – alles wird für dich erledigt. Nach der Laufzeit gehört die Website dir.

Die Realität:

Das ist ein neueres Modell, das besonders für kleine Unternehmen interessant ist. Statt einer großen Einmalzahlung für die Erstellung zahlst du einen monatlichen Festpreis, der alles beinhaltet: Erstellung, Hosting, Änderungen, SEO und Sicherheit.

Der technische Ansatz ist anders als bei WordPress: Deine Website wird in sauberem HTML, CSS und JavaScript gebaut – ohne CMS-Overhead. Das Ergebnis sind Ladezeiten unter 1 Sekunde und PageSpeed-Scores über 90.

Die Kosten: Typischerweise 300–500 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von 12–24 Monaten. Das klingt erstmal nach mehr als ein Freelancer – aber alles ist inklusive: Migration, Hosting, Änderungen per WhatsApp oder E-Mail, SEO-Pflege und Sicherheit. Es gibt keine versteckten Zusatzkosten und keine Stunden-Abrechnungen.

Der große Unterschied: Nach der Laufzeit gehört die Website dir. Kein Lock-in, kein Abo-Zwang. Du bekommst den kompletten Quellcode und kannst damit machen, was du willst.

Geeignet für: Kleine Unternehmen, Handwerker, Freiberufler und Dienstleister, die eine professionelle Website wollen, ohne sich um Technik zu kümmern.

Der direkte Vergleich

KriteriumBaukastenFreelancerAgenturBetreuungspaket
Kosten (3 Jahre)430–1.600 €3.000–12.000 €12.000–45.000 €7.200–12.000 €
Ladezeit2–5 Sek.1–6 Sek.1–4 Sek.unter 1 Sek.
PageSpeed Score40–6530–8050–8090–100
Wartungsaufwand für dichMittelHochNiedrigNull
Eigentum nach EndeNeinJaJaJa
Persönlicher KontaktNein (Support-Chat)JaBedingt (Projektmanager)Ja (1 Person)
SEO-QualitätGrundlegendJe nach FreelancerGut bis sehr gutSehr gut
Änderungen nach LaunchSelbst machenKosten extraKosten extraInklusive

Wie du die richtige Entscheidung triffst

Stell dir drei Fragen:

1. Wie wichtig ist Google für mein Geschäft?

Wenn Kunden dich über Google finden sollen, brauchst du eine schnelle, technisch saubere Website mit guter SEO. Baukästen und schlecht optimierte WordPress-Seiten reichen dann nicht.

2. Will ich mich selbst um die Website kümmern?

Wenn ja: Freelancer oder Baukasten. Wenn nein: Agentur oder Betreuungspaket. Sei ehrlich mit dir – "Ich kümmere mich selbst" heißt in der Praxis oft "Ich werde es irgendwann mal machen" und dann passiert es nie.

3. Was ist mein Budget – einmalig und laufend?

Vergiss die Erstellungskosten allein. Rechne immer über 3 Jahre: Erstellung + Hosting + Wartung + Änderungen + Sicherheit. Dann sehen die Optionen plötzlich ganz anders aus.

Du weißt jetzt, welche Optionen es gibt – aber nicht, welche für dich die beste ist? Schick mir deine aktuelle URL – ich schaue sie mir kostenlos an und sage dir ehrlich, was in deiner Situation am meisten Sinn macht.

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Häufige Fragen

Eine Agentur bietet Projektmanagement, Design und Entwicklung aus einer Hand – kostet aber 5.000–30.000 € und hat höheren Overhead. Ein Freelancer ist persönlicher und günstiger (1.500–8.000 €), die Qualität variiert aber stark. Bei beiden kommen laufende Wartungskosten hinzu.

Baukästen wie Wix oder Jimdo eignen sich für Hobby-Projekte und Startups mit null Budget. Für ernsthafte Unternehmens-Websites sind die PageSpeed-Scores (40–65) und eingeschränkte SEO-Möglichkeiten problematisch. Dazu kommt: gehört die Website nicht dir.

Ein Betreuungspaket kombiniert Website-Erstellung, Hosting, Änderungsservice per WhatsApp und SEO-Pflege in einem monatlichen Festpreis (typisch 349–499 €/Monat). Nach der Laufzeit (12–24 Monate) gehört die Website vollständig dem Kunden. Ideal für KMU ohne eigene IT-Ressourcen.