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Performance von Marc-Andre Aschendorf

Google PageSpeed Score verbessern – Schritt für Schritt Anleitung

Dein PageSpeed Score ist rot. 30, 40, vielleicht 50 von 100. Google sagt dir klipp und klar: Deine Website ist zu langsam. Aber was kannst du konkret dagegen tun? Hier bekommst du eine praxistaugliche Anleitung – von den schnellsten Gewinnen bis zur Grundsatzfrage.

Lesezeit: ca. 9 Minuten

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026

Google PageSpeed Insights ist brutal ehrlich. Du gibst deine URL ein, wartest 10 Sekunden – und bekommst eine Zahl, die dir sagt, wie gut oder schlecht deine Website performt. Grün (90–100), Orange (50–89), Rot (0–49).

Die meisten WordPress-Websites landen im roten oder orangenen Bereich. Und das hat direkte Konsequenzen: für dein Google-Ranking, für deine Conversion-Rate und für deine Google-Ads-Kosten.

Lass uns das ändern.

Was der PageSpeed Score wirklich misst

Bevor du losoptimierst, solltest du verstehen, was der Score überhaupt bedeutet. Der PageSpeed Score setzt sich aus sechs Metriken zusammen, die unterschiedlich gewichtet werden:

MetrikGewichtungWas sie misst
First Contentful Paint (FCP)10 %Wann erscheint der erste Inhalt?
Largest Contentful Paint (LCP)25 %Wann erscheint der Hauptinhalt?
Total Blocking Time (TBT)30 %Wie lange blockiert JavaScript die Seite?
Cumulative Layout Shift (CLS)25 %Springt das Layout beim Laden?
Speed Index10 %Wie schnell füllt sich der sichtbare Bereich?

Die zwei schwersten Brocken sind also TBT (30 %) und LCP/CLS (je 25 %). Wenn du diese drei verbesserst, verbessert sich dein Score am stärksten.

Stufe 1: Schnelle Gewinne (30 Minuten Arbeit)

Diese Maßnahmen kannst du heute umsetzen und sofort Ergebnisse sehen.

Bilder komprimieren und umwandeln

Das ist fast immer der größte einzelne Hebel. Ein einziges unkomprimiertes Bild kann deinen Score um 10–20 Punkte runterziehen.

Was du tun musst:

  • Öffne squoosh.app (kostenlos, von Google)
  • Lade jedes Bild deiner Website hoch
  • Wähle als Ausgabeformat WebP
  • Stelle die Qualität auf 75–80 % (sieht gleich aus, halb so groß)
  • Speichere und lade das neue Bild auf deine Website hoch

Faustregel: Kein einzelnes Bild auf deiner Website sollte größer als 200 KB sein. Hero-Bilder maximal 300 KB.

Bildgrößen im HTML definieren

Jedes -Tag braucht ein width- und height-Attribut. Ohne diese Angaben weiß der Browser nicht, wie viel Platz das Bild braucht, und reserviert erstmal nichts. Wenn das Bild dann geladen wird, verschiebt sich das ganze Layout – und dein CLS-Score geht in den Keller.

<!-- Schlecht -->
<img src="foto.webp" alt="Teamfoto">

<!-- Gut -->
<img src="foto.webp" alt="Teamfoto" width="800" height="450">

Lazy Loading aktivieren

Bilder, die nicht sofort sichtbar sind (also unterhalb des sichtbaren Bereichs), sollten erst geladen werden, wenn der Nutzer dorthin scrollt.

<img src="foto.webp" alt="Beschreibung" width="800" height="450" loading="lazy">

Ein Attribut. Riesiger Effekt. Dein LCP wird besser, weil der Browser sich auf die wichtigen Inhalte konzentriert.

Stufe 2: Mittlerer Aufwand (1–2 Stunden)

JavaScript aufschieben

JavaScript ist der größte Feind deines TBT-Scores. Jedes Skript, das der Browser laden und ausführen muss, blockiert die Interaktivität der Seite.

Lösung 1: defer-Attribut nutzen

<!-- Schlecht: blockiert den Seitenaufbau -->
<script src="script.js"></script>

<!-- Gut: wird parallel geladen und erst nach dem HTML ausgeführt -->
<script src="script.js" defer></script>

Lösung 2: Nicht benötigtes JavaScript entfernen. Prüfe in den Chrome DevTools (Tab "Coverage"), welche JavaScript-Dateien auf deiner Seite geladen werden und wie viel davon tatsächlich genutzt wird. Bei WordPress-Websites sind oft 60–80 % des geladenen JavaScripts ungenutzt.

CSS optimieren

Critical CSS inline einbinden: Der CSS-Code, der für den sichtbaren Bereich der Seite nötig ist, sollte direkt im stehen – nicht in einer externen Datei. So kann der Browser die Seite sofort rendern, ohne auf den CSS-Download zu warten.

Nicht genutztes CSS entfernen: Auch hier hilft der Coverage-Tab in Chrome DevTools. Viele WordPress-Themes laden 200–500 KB CSS, von denen nur 20–30 % tatsächlich auf der aktuellen Seite gebraucht werden.

Schriftarten optimieren

Webfonts sind ein oft unterschätzter Performance-Killer. Wenn deine Schriftart von Google Fonts geladen wird, passieren drei Dinge: DNS-Lookup zu fonts.googleapis.com, Download der CSS-Datei, Download der Font-Dateien. Das sind mindestens 3 zusätzliche Requests.

Bessere Lösung: Schriftarten selbst hosten. Lade die Font-Dateien herunter, leg sie auf deinen eigenen Server und binde sie per @font-face ein. Das spart DNS-Lookups und gibt dir die volle Kontrolle.

Noch besser: font-display: swap verwenden. Damit wird der Text sofort in einer Systemschrift angezeigt und erst umgestellt, wenn die Webfont geladen ist. Der Nutzer sieht sofort Inhalt statt einer leeren Seite.

@font-face {
  font-family: 'DM Sans';
  src: url('/fonts/dm-sans.woff2') format('woff2');
  font-display: swap;
}

Stufe 3: Größerer Aufwand (halber Tag)

Drittanbieter-Skripte reduzieren

Google Analytics, Google Tag Manager, Facebook Pixel, Chat-Widgets, Cookie-Banner – jedes externe Skript kostet Performance. Und jedes macht zusätzliche Server-Requests zu externen Domains.

Prüfe kritisch: Brauchst du wirklich ein Chat-Widget, das 200 KB JavaScript lädt und von 0,1 % deiner Besucher genutzt wird? Brauchst du das Facebook-Pixel, obwohl du keine Facebook-Ads schaltest?

Alternativen:

  • Statt Google Analytics: Plausible oder Fathom (deutlich leichter, DSGVO-freundlich)
  • Statt Cookie-Banner: Wenn du keine Tracking-Cookies setzt, brauchst du oft gar keinen Banner
  • Chat-Widgets: Nur auf der Kontaktseite laden, nicht auf jeder Seite

Caching einrichten

Browser-Caching sagt dem Browser: "Diese Datei ändert sich nicht oft – speichere sie lokal." Beim zweiten Besuch muss der Browser die Dateien nicht mehr herunterladen.

In der .htaccess:

<IfModule mod_expires.c>
  ExpiresActive On
  ExpiresByType text/css "access plus 1 year"
  ExpiresByType application/javascript "access plus 1 year"
  ExpiresByType image/webp "access plus 1 year"
  ExpiresByType image/png "access plus 1 year"
  ExpiresByType image/jpeg "access plus 1 year"
  ExpiresByType font/woff2 "access plus 1 year"
</IfModule>

Server-Caching (bei WordPress): Ein Caching-Plugin wie WP Super Cache erstellt statische HTML-Kopien deiner Seiten. So muss WordPress nicht bei jedem Aufruf die Datenbank abfragen. Das verbessert den LCP deutlich.

GZIP/Brotli-Komprimierung aktivieren

Dein Server kann HTML, CSS und JavaScript vor dem Senden komprimieren. Das reduziert die Dateigröße um 60–80 % – und damit die Ladezeit.

Die meisten Hoster haben das bereits aktiviert. Prüfe es mit den Chrome DevTools (Netzwerk-Tab → Response Headers → content-encoding: gzip oder br).

Stufe 4: Die grundsätzliche Frage

Du kannst alle oben genannten Optimierungen umsetzen und deinen Score von 35 auf vielleicht 55 oder 65 bringen. Das ist eine deutliche Verbesserung.

Aber wenn du ehrlich bist: Du kämpfst gegen die Architektur.

WordPress generiert jede Seite dynamisch. Das heißt: PHP-Ausführung, Datenbank-Abfrage, HTML-Zusammenbau – bei jedem Aufruf. Caching kann das abfangen, aber es bleibt ein Workaround. Die Plugins laden trotzdem ihren Code. Das Theme bringt trotzdem seinen Overhead mit.

Eine statische Website hat diese Probleme schlicht nicht. Sie besteht aus fertigen HTML-Dateien, die der Server direkt ausliefert. Kein PHP, keine Datenbank, kein Overhead. Das Ergebnis: PageSpeed-Scores von 90+ sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Wenn du tiefer verstehen willst, warum das so ist, lies unseren Vergleich zwischen statischen Websites und WordPress.

Fazit: Jeder Punkt zählt

Dein PageSpeed Score ist nicht nur eine Zahl. Er beeinflusst, ob Google dich anzeigt, ob Besucher bleiben und wie viel du für Ads zahlst. Jede Verbesserung bringt messbare Ergebnisse.

Fang bei den schnellen Gewinnen an – Bilder komprimieren kostet dich 30 Minuten und kann 15–25 Punkte bringen. Arbeite dich dann durch die weiteren Stufen. Und wenn du merkst, dass du gegen die Grenzen von WordPress stößt, weißt du, dass es Alternativen gibt.

Willst du wissen, wo bei deiner Website die größten Hebel liegen? Schick mir deine URL – ich mache einen kostenlosen Performance-Check.

Weiterlesen:

Häufige Fragen

Google bewertet 90–100 als 'Gut' (grün), 50–89 als 'Verbesserungswürdig' (orange) und unter 50 als 'Schlecht' (rot). Für eine kompetitive Website sollte der Mobile-Score über 80, idealerweise über 90 liegen. Statische Websites erreichen regelmäßig 95–100.

Die drei größten Faktoren: Bildgröße (unkomprimierte Bilder können 20+ Punkte kosten), JavaScript-Menge (blockiert den Browser), und Server-Antwortzeit (langsames Hosting). Die schnellsten Gewinne: Bilder in WebP konvertieren und auf unter 200 KB komprimieren.

Ja, direkt. Ladezeit ist seit 2021 ein offizieller Ranking-Faktor über die Core Web Vitals. Indirekt verbessert sich auch der Quality Score bei Google Ads, was die Klickkosten senkt, und die Conversion-Rate steigt, weil Besucher nicht abspringen.