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SEO von Marc-Andre Aschendorf

SEO für Handwerker: So wirst du bei Google lokal gefunden

Dein Handwerksbetrieb macht gute Arbeit – aber bei Google findet dich niemand. Stattdessen tauchen die großen Portale auf: MyHammer, Check24, Gelbe Seiten. Hier erfährst du, wie du als lokaler Betrieb bei Google sichtbar wirst – ohne teure Agentur und ohne Marketing-Studium.

Lesezeit: ca. 10 Minuten

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026

Wenn jemand in Peine "Elektriker in der Nähe" googelt, erscheinen drei Dinge: Google-Anzeigen ganz oben. Dann das Google Maps-Ergebnis mit drei lokalen Betrieben. Und darunter die normalen Suchergebnisse.

Die meisten Handwerker sind in keinem dieser drei Bereiche vertreten. Warum? Weil sie entweder keine Website haben, eine veraltete Website haben, oder eine Website haben, die Google nicht versteht.

Das können wir ändern. Und es ist einfacher, als du denkst.

Wie Google lokale Suchergebnisse auswählt

Bevor wir in die Praxis gehen, musst du verstehen, wie Google entscheidet, wer bei lokalen Suchen oben steht. Es gibt drei Faktoren:

Relevanz: Passt dein Angebot zur Suchanfrage? Wenn jemand "Dachdecker Hannover" sucht und auf deiner Website nirgends "Dachdecker" und "Hannover" steht, wirst du nicht angezeigt. Klingt offensichtlich – aber du wärst überrascht, wie viele Handwerker-Websites weder ihre Leistungen noch ihren Standort klar benennen.

Entfernung: Wie nah ist dein Betrieb am Suchenden? Diesen Faktor kannst du nicht beeinflussen – aber du kannst Google klar mitteilen, wo du bist und welches Gebiet du bedienst.

Bekanntheit: Wie bekannt und vertrauenswürdig ist dein Betrieb online? Das misst Google über Bewertungen, Erwähnungen auf anderen Websites und die Qualität deiner eigenen Website.

Auf alle drei Faktoren kannst du Einfluss nehmen. Hier ist wie.

Schritt 1: Google Business Profile einrichten und optimieren

Das ist der wichtigste Schritt. Dein Google Business Profile (früher "Google My Business") ist das, was in den Google Maps-Ergebnissen erscheint – der Kasten mit deinem Firmennamen, Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen.

Wenn du kein Google Business Profile hast, existierst du für lokale Google-Suchen praktisch nicht.

So richtest du es ein:

  • Geh auf business.google.com und erstelle dein Profil
  • Verifiziere dein Unternehmen (Google schickt eine Postkarte oder ruft an)
  • Fülle wirklich jedes Feld aus – nicht nur Name und Adresse

Was viele vergessen:

  • Kategorie: Wähle die spezifischste Kategorie, nicht nur "Handwerker". Also "Elektriker", "Dachdecker", "Malermeister" etc. Du kannst eine Hauptkategorie und bis zu 9 Nebenkategorien angeben.
  • Beschreibung: 750 Zeichen, in denen du dein Angebot und dein Einzugsgebiet beschreibst. Nutze natürliche Formulierungen mit deinen Leistungen und Orten.
  • Fotos: Lade echte Fotos hoch – von deiner Arbeit, deinem Team, deinem Firmenwagen. Profile mit Fotos bekommen deutlich mehr Klicks als solche ohne.
  • Leistungen: Google bietet ein Feld für deine Services. Trage alle ein.
  • Beiträge: Du kannst regelmäßig Beiträge veröffentlichen (wie Mini-Social-Media-Posts). Das zeigt Google, dass dein Profil aktiv ist.

Schritt 2: Google-Bewertungen sammeln

Bewertungen sind einer der stärksten lokalen Ranking-Faktoren. Ein Betrieb mit 30 Bewertungen und 4,7 Sternen schlägt fast immer einen Betrieb mit 2 Bewertungen und 5 Sternen.

Wie du an Bewertungen kommst:

  • Frag zufriedene Kunden direkt nach dem Auftrag. Die meisten sagen ja – sie wissen nur nicht, dass es dir wichtig ist.
  • Erstelle einen direkten Bewertungslink. In deinem Google Business Profile findest du unter "Mehr Bewertungen erhalten" einen kurzen Link, den du per WhatsApp oder E-Mail verschicken kannst.
  • Mach es so einfach wie möglich: Ein Klick, Sterne vergeben, kurzer Text, fertig.

Wichtig: Kaufe niemals Bewertungen. Google erkennt das und straft dich ab. Echte Bewertungen von echten Kunden – das ist alles, was zählt.

Auf negative Bewertungen reagieren: Antworte immer sachlich und freundlich. Das zeigt anderen potenziellen Kunden, dass du professionell bist. Und Google bewertet aktive Profile besser.

Schritt 3: Deine Website für lokale Suchen optimieren

Jetzt kommen wir zur Website selbst. Deine Website muss Google drei Dinge klar sagen: Was du machst, wo du es machst, und warum man dich wählen sollte.

Grundlagen, die vorhanden sein müssen:

NAP-Konsistenz: NAP steht für Name, Address, Phone. Diese drei Angaben müssen überall identisch sein – auf deiner Website, im Google Business Profile, in Branchenverzeichnissen. Nicht "Müller Elektro GmbH" auf der Website und "Elektro Müller" bei Google. Exakt gleich.

Standort auf jeder Seite: Dein Ort sollte nicht nur im Impressum stehen. Er sollte auf der Startseite vorkommen, in der Meta-Description, im Title-Tag und im Footer. Nicht zwanghaft – natürlich eingebaut.

Title-Tags mit Ort: Statt "Unsere Leistungen" besser "Elektroinstallation in Peine – Müller Elektro". Statt "Kontakt" besser "Elektriker Peine kontaktieren – Müller Elektro".

Eigene Seite pro Leistung: Wenn du Elektroinstallation, Smart Home und Photovoltaik anbietest, dann erstelle für jede Leistung eine eigene Unterseite. Nicht alles auf eine Seite packen. Jede Seite kann dann für ihr eigenes Keyword ranken.

Lokale Keywords im Text: Schreibe natürlich über dein Einzugsgebiet. "Wir installieren Photovoltaikanlagen in Peine, Braunschweig und der Region Hannover." Das hilft Google, dein Einzugsgebiet zu verstehen.

Schritt 4: In Branchenverzeichnisse eintragen

Google prüft, ob dein Unternehmen auch auf anderen Websites erwähnt wird. Diese Erwähnungen heißen "Citations" und stärken dein lokales Ranking.

Die wichtigsten Verzeichnisse in Deutschland:

  • Google Business Profile (hast du schon)
  • Gelbe Seiten (gelbeseiten.de)
  • 11880.com
  • GoLocal (golocal.de)
  • Yelp (yelp.de)
  • Das Örtliche (dasoertliche.de)
  • Branchenverzeichnis deiner IHK oder Handwerkskammer

Wichtig: Überall die gleichen NAP-Daten verwenden. Name, Adresse, Telefon – identisch.

Manche dieser Einträge sind kostenlos, manche bieten Premium-Optionen an. Die kostenlosen Basiseinträge reichen für SEO völlig aus.

Schritt 5: Die technische Basis muss stimmen

Alles, was wir bisher besprochen haben, bringt wenig, wenn deine Website technisch schlecht ist. Google bewertet auch bei lokalen Suchen die Ladezeit, Mobilfreundlichkeit und Sicherheit.

Mobilfreundlich: Über 60 % der lokalen Suchen passieren auf dem Handy. Wenn deine Website auf dem Smartphone schlecht aussieht oder schwer zu bedienen ist, verlierst du sofort.

Schnelle Ladezeit: Google hat klar kommuniziert, dass Ladezeit ein Ranking-Faktor ist. Eine Website, die 5 Sekunden braucht, hat gegen eine, die in 1 Sekunde lädt, kaum eine Chance. Details dazu findest du in unserem Artikel über Core Web Vitals.

SSL-Zertifikat: HTTPS ist Pflicht. Ohne zeigt Chrome eine "Nicht sicher"-Warnung an. Das schreckt Kunden ab und schadet deinem Ranking.

Strukturierte Daten: Mit sogenanntem Schema Markup kannst du Google maschinenlesbar mitteilen, was dein Unternehmen ist, wo es sitzt und was es anbietet. Das erhöht die Chance auf Rich Results – also erweiterte Suchergebnisse mit Sternen, Adresse und Öffnungszeiten.

Was du NICHT brauchst

Lass mich auch kurz sagen, wofür du als lokaler Handwerker kein Geld ausgeben musst:

Teure SEO-Agenturen mit Monatsverträgen über 1.000 Euro. Für lokales SEO ist das in den meisten Fällen übertrieben. Die Grundlagen kannst du selbst umsetzen oder für einen Bruchteil des Preises machen lassen.

Hunderte von Backlinks. Lokales SEO funktioniert anders als nationales SEO. Du brauchst keine Linkbuilding-Kampagne. Du brauchst ein gepflegtes Google Business Profile, Bewertungen und eine schnelle Website.

Social Media als Haupt-Strategie. Social Media ist nice to have, aber für lokale Handwerker-SEO nicht entscheidend. Niemand sucht seinen Elektriker auf Instagram. Die Leute suchen auf Google.

Dein Aktionsplan: Die nächsten 7 Tage

Hier ist, was du diese Woche tun kannst – sortiert nach Priorität:

Tag 1–2: Google Business Profile einrichten oder aktualisieren. Alle Felder ausfüllen, Fotos hochladen, Leistungen eintragen.

Tag 3: Deine Website prüfen. Steht dein Ort im Title-Tag, in der Meta-Description, auf der Startseite? Hast du eine eigene Kontaktseite mit voller Adresse?

Tag 4–5: In die drei wichtigsten Branchenverzeichnisse eintragen (Gelbe Seiten, 11880, Das Örtliche).

Tag 6–7: Drei zufriedene Kunden per WhatsApp um eine Google-Bewertung bitten. Link mitschicken, fertig.

Das kostet dich null Euro und vielleicht 3–4 Stunden. Und es wird mehr bewirken als jede teure Ads-Kampagne.

Du willst wissen, wie deine Website bei Google aktuell dasteht? Schick mir deine URL – ich analysiere sie kostenlos. Innerhalb von 48 Stunden bekommst du eine ehrliche Einschätzung mit konkreten Tipps.

Weiterlesen:

Häufige Fragen

Die wichtigsten Schritte: Google Business Profile vollständig ausfüllen und verifizieren, Bewertungen von Kunden sammeln, Website mit Standort und Leistungen optimieren (NAP-Konsistenz), in Branchenverzeichnisse eintragen und regelmäßig Beiträge im Google Business Profile veröffentlichen.

Das Google Local Pack sind die drei Unternehmen, die bei lokalen Suchen auf einer Karte angezeigt werden – direkt unter den Anzeigen. Für lokale Dienstleister ist das die sichtbarste Positionierung bei Google. Entscheidend für die Aufnahme sind Relevanz, Entfernung und Bewertungen.

Qualität schlägt Perfektion: Ein Betrieb mit 40 Bewertungen und 4,6 Sternen rankt fast immer besser als einer mit 3 Bewertungen und 5 Sternen. Fange sofort an, zufriedene Kunden direkt per WhatsApp um eine Bewertung zu bitten und einen direkten Bewertungslink mitzuschicken.