Google Business Profile optimieren: Anleitung für lokale Unternehmen
Wenn jemand "Elektriker in meiner Nähe" googelt, erscheinen drei Betriebe auf der Karte. Bist du einer davon? Falls nicht, liegt es wahrscheinlich an deinem Google Business Profile. Hier erfährst du, wie du es einrichtest und optimierst – Schritt für Schritt.
Dein Google Business Profile (GBP) ist das Erste, was potenzielle Kunden von dir sehen. Nicht deine Website, nicht dein Social-Media-Profil – der Google-Maps-Kasten mit deinem Firmennamen, Adresse, Bewertungen und Öffnungszeiten.
Und trotzdem ist es bei den meisten kleinen Unternehmen entweder nicht vorhanden, veraltet oder nur halb ausgefüllt. Das ist wie ein Schaufenster, in dem das Licht aus ist.
Warum dein GBP so wichtig ist
Wenn jemand eine lokale Suche durchführt (und fast die Hälfte aller Google-Suchen haben lokalen Bezug), zeigt Google drei Bereiche an:
- Google Ads (ganz oben, bezahlt)
- Local Pack (die drei Einträge mit Karte – das ist dein GBP)
- Organische Ergebnisse (darunter, das ist deine Website)
Das Local Pack bekommt den meisten Aufmerksamkeit bei lokalen Suchen. Und um dort zu erscheinen, brauchst du ein optimiertes Google Business Profile.
Schritt 1: Profil erstellen oder beanspruchen
Geh auf business.google.com. Suche nach deinem Unternehmen. Möglicherweise existiert schon ein Eintrag – Google erstellt manchmal automatisch Profile basierend auf öffentlichen Daten.
Wenn ein Eintrag existiert: Klicke auf "Dieses Unternehmen beanspruchen" und folge dem Verifizierungsprozess.
Wenn kein Eintrag existiert: Erstelle ein neues Profil und verifiziere es.
Verifizierung: Google muss sicherstellen, dass du wirklich der Inhaber bist. Das passiert per Postkarte (ein Code wird an deine Geschäftsadresse geschickt), per Telefon oder per E-Mail. Die Postkarte dauert 5–14 Tage.
Schritt 2: Grunddaten perfekt ausfüllen
Firmenname
Verwende deinen exakten Firmennamen – wie er im Handelsregister oder auf deinem Firmenschild steht. Nicht "Müller Elektro – Ihr Elektriker in Hannover für alle Fälle". Google straft Keyword-Stuffing im Firmennamen ab.
Kategorie
Das ist einer der wichtigsten Ranking-Faktoren im Local Pack.
Hauptkategorie: Wähle die spezifischste Kategorie, die zu deinem Kerngeschäft passt. Nicht "Unternehmen", sondern "Elektriker" oder "Zahnarzt" oder "Steuerberater".
Nebenkategorien: Du kannst bis zu 9 Nebenkategorien hinzufügen. Nutze sie, um dein Leistungsspektrum abzubilden. Ein Elektriker könnte z. B. "Smart-Home-Installation", "Photovoltaik-Unternehmen" und "Elektroinstallateur" hinzufügen.
Adresse und Einzugsgebiet
Gib deine vollständige Geschäftsadresse ein. Wenn du Kunden vor Ort bedienst (z. B. als Handwerker), kannst du zusätzlich dein Einzugsgebiet angeben – die Städte und Regionen, in denen du arbeitest.
Öffnungszeiten
Trage deine regulären Öffnungszeiten ein. Und aktualisiere sie an Feiertagen – Google zeigt Nutzern an, ob du gerade geöffnet hast. Falsche Öffnungszeiten sind einer der häufigsten Gründe für schlechte Bewertungen.
Telefonnummer und Website
Verwende eine lokale Telefonnummer (keine 0800-Nummer). Verlinke auf deine Website. Achte darauf, dass die Telefonnummer auf deiner Website identisch ist mit der im GBP.
Schritt 3: Beschreibung optimieren
Du hast 750 Zeichen für eine Unternehmensbeschreibung. Nutze sie klug:
- Beschreibe, was du machst und für wen
- Nenne dein Einzugsgebiet natürlich
- Erwähne deine wichtigsten Leistungen
- Schreibe für Menschen, nicht für Suchmaschinen
Gut: "Müller Elektro ist Ihr Elektrofachbetrieb in Peine und der Region Braunschweig. Wir bieten Elektroinstallation, Smart-Home-Lösungen und Photovoltaik-Montage für Privatkunden und Gewerbe. Seit 2005 zuverlässig und termingerecht."
Schlecht: "Elektriker Peine Elektriker Braunschweig Elektriker Hannover bester Elektriker günstig Elektriker Notdienst Peine Braunschweig..."
Schritt 4: Fotos hochladen
Profile mit Fotos bekommen deutlich mehr Klicks und Anrufe als Profile ohne. Google hat das offiziell bestätigt.
Welche Fotos du brauchst:
- Außenansicht deines Geschäfts/Büros (hilft Kunden, dich zu finden)
- Innenansicht
- Teamfotos
- Fotos deiner Arbeit (fertige Projekte, Vorher/Nachher)
- Dein Logo (als Profilbild)
Qualität: Gute Smartphone-Fotos reichen. Keine Stockfotos. Authentisch ist wichtiger als perfekt.
Lade mindestens 10 Fotos hoch. Füge regelmäßig neue hinzu – das zeigt Google und Kunden, dass dein Profil aktiv ist.
Schritt 5: Bewertungen sammeln
Bewertungen sind neben der Kategorie der stärkste Ranking-Faktor im Local Pack. Und sie sind der wichtigste Entscheidungsfaktor für potenzielle Kunden.
Die Zahlen: Ein Betrieb mit 40 Bewertungen und 4,6 Sternen wird fast immer vor einem Betrieb mit 3 Bewertungen und 5,0 Sternen angezeigt. Menge schlägt Perfektion.
Wie du Bewertungen bekommst:
- Direkt fragen. Nach jedem erfolgreichen Auftrag: "War alles in Ordnung? Würden Sie uns eine Google-Bewertung hinterlassen?" Die meisten zufriedenen Kunden sagen ja.
- Link per WhatsApp/E-Mail schicken. In deinem GBP findest du unter "Mehr Bewertungen erhalten" einen kurzen Link. Schicke den direkt mit.
- Einfach machen. Je weniger Klicks nötig sind, desto wahrscheinlicher die Bewertung. Der direkte Link öffnet sofort das Bewertungsformular.
Auf Bewertungen antworten. Antworte auf jede Bewertung – positiv und negativ. Bei positiven Bewertungen ein kurzes Danke. Bei negativen eine sachliche, freundliche Antwort. Das zeigt Professionalität und ist gut für dein Ranking.
Schritt 6: Regelmäßig Beiträge veröffentlichen
Google Business Profile bietet eine "Beiträge"-Funktion, die viele nicht kennen. Damit kannst du kurze Updates veröffentlichen – ähnlich wie Social-Media-Posts, aber direkt in deinem Google-Eintrag.
Was du posten kannst:
- Angebote und Aktionen
- Neue Leistungen
- Projektbilder
- Tipps und Hinweise (z. B. "Heizung vor dem Winter prüfen lassen")
- Veranstaltungen
Warum das hilft: Regelmäßige Beiträge signalisieren Google, dass dein Profil aktiv gepflegt wird. Aktive Profile werden bevorzugt.
Ein Beitrag pro Woche reicht. 2–3 Sätze und ein Foto. Das kostet dich 5 Minuten.
Schritt 7: Leistungen und Produkte eintragen
Google bietet spezielle Bereiche für deine Leistungen und Produkte. Nutze sie:
Leistungen: Trage jede deiner Kernleistungen ein – mit einer kurzen Beschreibung und optional einem Preis. Das hilft Google zu verstehen, was du anbietest, und zeigt Kunden direkt, ob du der richtige Ansprechpartner bist.
Produkte: Falls relevant, kannst du auch Produkte mit Bild, Beschreibung und Preis eintragen.
Die häufigsten Fehler
Profil nicht verifiziert. Ohne Verifizierung hast du keine Kontrolle und eingeschränkte Sichtbarkeit.
Falsche oder inkonsistente Daten. Dein Firmenname, Adresse und Telefonnummer (NAP) müssen überall identisch sein – GBP, Website, Branchenverzeichnisse. Jede Abweichung verwirrt Google.
Keine Bewertungen. Ein Profil ohne Bewertungen wirkt unglaubwürdig. Fang heute an, danach zu fragen.
Keine Fotos. Ein Profil ohne Fotos ist ein verpasste Chance. Mindestens 10 Fotos.
Einmal einrichten und vergessen. Dein GBP braucht regelmäßige Pflege – neue Fotos, Beiträge, Antworten auf Bewertungen.
Du willst wissen, wie dein Google Business Profile aktuell dasteht? Schreib mir – ich schaue es mir kostenlos an.
Häufige Fragen
Das Google Business Profile (früher Google My Business) ist der Eintrag, der bei lokalen Google-Suchen auf der Karte erscheint – mit Firmenname, Adresse, Öffnungszeiten, Bewertungen und Fotos. Es ist für lokale Unternehmen der wichtigste Faktor für die Sichtbarkeit bei Google Maps-Suchen.
Die wichtigsten Maßnahmen: vollständige Angaben (Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten), spezifische Hauptkategorie wählen, Fotos von Arbeit und Team hochladen, regelmäßig Beiträge veröffentlichen, auf alle Bewertungen antworten und Leistungen eintragen.
Direkt nach dem Auftrag fragen, einen direkten Bewertungslink per WhatsApp schicken (im Google Business Profile unter 'Mehr Bewertungen erhalten' zu finden) und es dem Kunden so einfach wie möglich machen. Niemals gefälschte Bewertungen kaufen – Google erkennt das.